Die 7 heiligen Mysterien "Rose Qadische" (Sakramente)
der syrisch-orthodoxen Kirche

 
Das heilige Mysterium ist nach kirchlicher Überlieferung ein durch die Sinne wahrnehmbares, sichtbares, von unserem Herrn Jesus Christus zur Mitteilung und Offenbarung sowie auch zum Vermitteln seiner göttlichen Gnade eingesetztes und uns damit geschenktes wirksames und heiliges Zeichen, durch das wir innerlich geheilt werden und uns das ewige Leben gespendet wird.
1. Taufe (Ma'muditho) 5. Priesterweihe (Kohnutho)
2. Firmung (Myronsalbung) 6. Ehe (Szuwogo)
3. Heilige Eucharistie (Qurbono) 7. Krankenölung (Mesch'ho dakrihe)
4. Buße (Maudyonutho)  
 


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1. TAUFE - Ma'muditho
Die Taufe ist das Mysterium der Wiedergeburt durch Wasser und durch den heiligen Geist zur Vergebung sämtlicher Sünden, der Ursünde und aller persönlichen Sünden. Sie schenkt dem Neugetauften das übernatürliche Gnadenleben Christi (die heiligmachende Gnade, die Gnade der Rechtfertigung, und die "Einsetzung an Sohnes statt", die Sohnschaft). Sie macht ihn zum "Miterben Christi", um das ewige Leben zu erlangen.

Ablauf
Die Taufe wird durch dreimaliges Untertauchen (Eintauchen) des Täuflings in natürliches und geweihtes Taufwasser unter Anrufung der heiligsten Dreifaltigkeit, im "Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes" (Mt 28, 19) und dem gleichzeitigen Sprechen der kanonischen liturgischen Gebete vollzogen.

Durch die Taufe widerspricht der Täufling dem Satan, seinem Irrtum und allen seinen Werken, und allen jenen, die ihm folgen, bekennt den Glauben an unseren Herrn Jesus Christus, seine göttlichen Lehren, an seinen Vater und an seinen Heiligen Geist.

Empfang
Das Mysterium der Taufe wird im Säuglingsalter empfangen damit der Säugling nicht ausgeschlossen wird aus dem Reich Gottes oder Himmelreich, falls er vor der Taufe stirbt.

Pate
Es wird dem Täufling ein Pate an die Seite gestellt, um stellvertretend für ihn das Versprechen der heiligen Taufe zu machen, und sein Bürge zu werden. Der Pate muss also dem Getauften die Vorschriften der christlichen Religion sowie christliche Zucht und Sitten lehren.

Taufversprechen
"Ich widersage dem Satan, seinen Engeln, allen seinen Mächten, allen seinen Werken, seinem Irrtum und allen jenen die ihm folgen. Ich aber folge dir, Christus Gott, und deinen göttlichen Lehren, die du den Propheten, den Aposteln und den Lehrern anvertraut hast. Ich glaube an dich, an deinen Vater und an deinen Heiligen Geist."

Der Täufling erhält mit der Taufe auch die Firmung und die Heilige Kommunion ("Fagro") damit er vom Leib und Blut Christi nicht fern bleibt.

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2. FIRMUNG - Myronsalbung
Das Mysterium der Myronsalbung oder Firmung bedeutet das geweihte und heilige Salböl (Myron), das aus reinem Olivenöl, Balsam und anderen wohlriechenden Substanzen zusammengesetzt ist. Es schenkt dem Empfänger (dem Getauften) die Gaben des Heiligen Geistes und vermehrt sie in ihm, damit er im Glauben und in der Kraft gestärkt wird und im Kampf dem Teufel widerstehen kann. Dieses Mysterium wird dem Neugetauften unmittelbar nach der Taufe gespendet.

Myron
Das heilige Myron wird der kirchlichen Überlieferung zufolge am "Donnerstag der heiligen Mysterien" (Gründonnerstag) vom Patriachen von Antiochia liturgisch-feierlich geweiht.

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3. HEILIGE EUCHARISTIE - Qurbono
Das Heilige Qurbono ist das göttliche Mysterium, in dem wahrhaft, wirklich und substanzhaft der Leib und das Blut unseres Herrn Jesus Christus unter den eucharistischen Gestalten von Brot und Wein enthalten ist. Christus hat dieses Mysterium beim Letzten Abendmahl, das er im Laufe des Paschamahles am Abend vor seinem Leiden mit seinen Jungern und Aposteln hielt, am Donnerstag des Pascha (Gründonnerstag), eingesetzt. Er nahm Brot und den Kelch mit Wein, sprach das Dankgebet, brach das Brot und reichte es ihnem mit den Worten: "Nehmt und esst; das ist mein Leib. Trinkt, das ist mein Blut, das Blut des neuen Bundes. Tut dies zu meinem Gedächtnis!" Die heiligen Aposteln haben diese Mysterium dann ihren kirchlichen Nachfolgern, den Bischöfen und Priestern, überliefert.

Christus hat dieses Mysterium eingesetzt, um sich für uns als wohlgefällige Opfergabe Gott seinem Vater darzubringen und um uns sich (seinen Leib und sein Blut) zu geben als geistliche, himmlische Speise und geistlichen Trank für die Seelen, damit wir uns davon nähren und durch sie leben.

Qurbono
Das Heilige Qurbono wird zur Ehre Gottes als Danksagung und Preis an den Vater dargebracht oder gefeiert, und um von Gott geistliche und zeitliche Wohltaten sowie auch seine Gnaden zu erlangen und sein Erbarmen zu erbitten. Als Opfer wird das heilige Qurbono auch zur Vergebung der Sünden der Lebenden und der in Christus gestorbenen Gläubigen dargebracht. Das heilige Qurbono reinigt und heiligt die Seele, bewirkt, bewahrt, vermehrt und erneuert das übernatürliche Gnadenleben der Seele und macht sie des Himmelreiches würdig.

Voraussetzungen für den Empfang des Qurbono

  1. Vor dem Empfang muss der Empfänger wahre Buße tun, das heißt vor dem Prister seine Sünden bekennen und auch die Lossprechung empfangen.
  2. Er muss die ehrwürdigen und wichtigen Mysterien kennen.
  3. Er muss die Größe dieses heiligen Mysteriums kennen, diese würdigen und diese mit Ehrfurcht empfangen.
  4. Er muss von Mitternacht an nüchtern sein, das heißt nichts gegessen und getrunken haben.
  5. Er muss rein sein an Körper und auch an Kleidung.

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4. BUSSE - Maudyonutho
Die Buße ist das heilige Mysterium, dass Christus zur Vergebung der nach der Taufe begangenen Sünden eingesetzt hat. Christus hat dieses Mysterium eingesetzt, als er hierfür seinen Aposteln den Heiligen Geist verlieh und ihnen die Vollmacht, in der Kirche die Sünden zu vergeben (zu lösen) und zu "binden" (zu behalten), gab. Die heiligen Aposteln haben diese Vollmacht ihren Nachfolgern, den Pristern, anvertraut.

Die Buße erfolgt in 3 Akten

  1. Reue
    Reue ist der Seelenschmerz sowie die heilende Traurigkeit des Pönitenten (Büßenden), dass er Gott durch seine Sünden entzürnt und beleidigt hat.

  2. Sündenbekenntnis
    Das Bekenntnis der Sünden bedeutet, dass der Pönitent seine Sünden vor dem kanonischen Priester bekennt, um die persönliche Lossprechung von ihm zu empfangen. Der Gläubige bekennt in Wahrheit seine Sünden Christus, der vertreten ist durch den Priester. Er ist beim Sündenbekenntnis Urheber und Spender des Heils, der durch den Priester die Vergebung der Sünden bewirkt. Der Priester handelt "in der Person Christi" und erlöst ihn im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes von seinen Sünden.

  3. Empfang der Bußstrafe
    Nach dem Sündenbekenntnis muss der Pönitent die Gnade Gottes annehmen, für seine Barmherzigkeit und für die erhaltene Vergebung Gott danksagen, die ihm auferlegte kanonische Bußstrafe ableisten, seinen schlechten bisherigen Lebenswandel durch einen guten Lebenswandel ändern und Werke der Buße, der Frömmigkeit und der Tugend verrichten. Die kanonische Bußstrafe wird, Gott betreffend, durch Fasten, Beten oder Almosengeben abgeleistet, den Nächsten betreffend, durch die Wiedergutmachung des Schadens, der ihm, seiner Person und seinem Ruf (bzw. Ehre) oder seinem Besitz zugefügt wurde!

Wortlauf des Sündenbekenntnisses
"Ich bekenne mich zu Gott dem Vater, dem Allmächtigen, und seinem geliebten Sohn Jesus Christus und seinem Heiligen Geist; und zu der heiligen Gottesgebärerin Maria der allzeit Jungfrau; und zu den Engeln, den Propheten, den Aposteln und den Verkündigern; ich bekenne den Glauben der drei heiligen ökumenischen Konzilien, von Nizäa, von Konstantinopel und von Ephesus, und die Vollmacht des Priestertums, die dir anvertraut wurde. Durch sie löst du und bindest du. Und ich bekenne auch, dass ich in meinem inneren (verborgenen) und äußeren (offenbaren) Gefühlen, in Gedanken, Worten und Werken gesündigt habe. Meine Sünden sind groß, übergroß; und mit vollkommener Reue bereue ich sie. Ich nehme den Tod auf mich, aber nicht die Sünde. Durch jene heilige Vollmacht löse mich von den Fesseln der Sünden, damit ich auch gewürdigt werde, die Gnade der Vergebung wiederzuerlangen."

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5. PRIESTERWEIHE - Kohnutho
Die Priesterweihe ist das Mysterium, welches dem Empfänger die priesterliche Vollmacht oder Gewalt gibt Vollzug der Mysterien der Kirche und ihrer geistlichen Dienste sowie zum Führen und Begleiten der Gläubigen auf dem Weg des Heils.

Voraussetzungen
Der Empfänger muss gottesfürchtig, fromm und untadelig sein; frei von gesetzlichen Weihehindernissen, von körperlichen sowie geistigen Fehlern; andere sollen Zeugnis ablegen für seine Gottesfurcht, seine Weisheit und sein Wissen; und er soll ein Eiferer sein für das Heil der Seelen der Gläubigen.

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6. EHE - Szuwogo
Das Mysterium der Ehe bedeutet die kirchlich gesegnete und heilige sowie gesetzlich anerkannte Lebensgemeinschaft von Mann und Frau zum eigenen Wohl, zur gesegneten Zeugung und auch Erziehung von ehelicher Nachkommenschaft, zur Gegenseitigkeit sowie auch zur Fürsorge bei Bedürftigkeit und wechselseitiger Hilfe.

Bedingungen
Die Ehe muss durch die freie Entscheidung und gegenseitigen freien Konsens der Brautleute zu Stande kommen; in Gegenwart des Priesters, der das Gebet des Segens spricht, sowie in Anwesenheit der Trauzeugen geschlossen werden. Die Ehe darf weder mit einer (einem) Verwandten in verbotenem Grade, noch vor deren gesetzlich vorgeschriebenem Mindestalter eingegangen oder vollzogen werden. Das Eheband kann nicht, außer durch den Tod eines der beiden Ehegatten, aufgelöst werden.

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7. KRANKENÖLUNG - Mesch'ho dakrihe
Die Krankenölung ist das heilige Mysterium der Kirche, indem der Kranke die Heilung der Seele und des Leibes empfängt. Das Mysterium der Ölung wird gefeiert, indem der Priester die Sinne des Kranken mit geweihtem Olivenöl salbt und dabei das kanonische liturgische Gebet über ihn spricht. Dieses Sakrament schenkt dem Kranken Trost, Friede, Ausdauer und Mut. Die Krankenölung wird empfangen im Falle schwerer Erkrankung.

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